Es heißt:
Willst du glücklich sein, dann sei es.

Vielleicht lässt sich darüber streiten. Denn wenn es so einfach wäre, würden wir dann nicht alle einfach glücklich sein?! Würden wir alle dann nicht einfach entscheiden; ab jetzt bin ich mal glücklich, und nichts und niemand kann mich daran hindern?! Keiner kann mir dieses Gefühl nehmen, denn ich entscheide mich jetzt dafür. Keiner kann was dagegen tun, denn ich hab es mir ja ausgesucht. Und keiner hat was dagegen, denn alle anderen wollen es doch auch. Und wenn nicht, dann stimmt doch was nicht mit denen. Oder?!?

Tja…
Wenn das mal so einfach wäre.

Zuerst mal – Ja. Es ist einfach sich dafür zu entscheiden.
Sich selbst zu sagen, ich will jetzt glücklich sein. Also bin ich jetzt auch mal glücklich, kann eine einfache Entscheidung sein.
Und dann sieht einiges plötzlich ganz anders aus. Plötzlich ist man gelassener, man sieht auf einmal mehr blauen Himmel, man kann die Vögel zwitschern hören, man riecht die frische Luft – und man lächelt. Dieses Lächeln führt kurioserweise dazu, dass andere Menschen einen auch anlächeln. Das ist ein bewiesenes Phänomen. Und tut sooo gut!

Lächle, und die Welt lächelt zurück.

 

Schöne Vorstellung, oder? Denk mal darüber nach. Es wäre doch eine perfekte Welt. Jeder ist glücklich. Einer lächelt, der andere erwidert dieses Lächeln zwanglos und aus sich selbst heraus, denn der andere ist ebenso glücklich. Keiner neidet dem anderen sein Glück. Liebe, Zufriedenheit. Weltfrieden! Bähm!!!

 

Das was an der ganzen Geschichte nicht stimmig ist, sind aber leider immer die Anderen. Die Anderen machen mir das Leben schwer. Die Anderen wollen immer was von mir. Die Anderen entziehen mir meine Kraft. Da komme ich mit meinem Wunsch nach Glück nicht weit. Dagegen kann ich mich nicht wehren.

Vielleicht stimmt das ja auch. Rechnungen zahlen sich ja leider nicht von alleine. Termine halten sich nicht von allein. Die Arbeit und das Leben sind eben wie sie sind. Die Arbeit und das Leben sind wie sie sind….?

Fast glaube ich das nicht mehr.
Denn wenn ich mir wünsche glücklich zu sein, heißt das zwar leider nicht einfach einen Schalter umlegen und dann bin ich glücklich, tatsächlich ist es so einfach nicht… nein, dazu gehört dann doch etwas mehr.
Aber, es ist eine einfache Entscheidung, eine Entscheidung die etwas Arbeit erfordert. Es ist zuallererst eine einfache Entscheidung. Will ich glücklicher sein, oder will ich weiter jammern. Und das heißt dann auch, will ich was für mein Glück und mein glückliches Leben tun, oder ist es mir lieber, mich ständig weiter zu beschweren, zu leiden und zu jammern. Mich in meinem Elend zu baden.

Ich gebe zu. Es ist wahnsinnig leicht die Schuld für etwas misslungenes den Umständen, den Behörden, dem Chef, eben einfach den Anderen zu zu schieben. Das geht schnell. Das haben wir gelernt. Das macht keine Umstände.
Oft stimmt es vielleicht sogar.
Aber das heißt ja nichts.
Anders gefragt, was heißt das denn schon?

Ich muss eine Rechnung zahlen, also ist es meine Pflicht zu jammern wie hoch sie ist? Mein Chef missachtet meine Arbeit, also ist es an mir, mich vor anderen über ihn aufzuregen? Meine Arbeit zwingt mich von Termin zu Termin, also muss ich mein Umfeld deswegen unter Stress setzen?
Muss ich all meine Anspannung oder Wut auf mein Umfeld projizieren damit es mir besser geht? Und – geht es mir damit überhaupt besser???

 

Geht es nicht. Und einfache Lösungen sind irgendwie auch nicht so meins. Mochte ich noch nie. Schon oft hab ich mir das Leben mit Dingen schwerer gemacht, als es hätte sein können. Hat auch geklappt. Und vielleicht ja sogar besser als auf dem leichten Weg – das kann ich nicht beurteilen. Ich kann den Weg ja nur einmal gehen. Aber wenn ich sehe, was andere so veranstalten mit ihrem Leben, dann kann ich zumindest für mich feststellen, ja, der Umweg hat sich in den meisten Fällen gelohnt.

 


Was ich damit sagen will ist, natürlich, es ist schwer. Nach der Entscheidung zum eigenen Glück reicht es nämlich nicht einfach nur mit einem Lächeln um sich zu werfen. Das ist nur der Anfang. Danach wird es eine regelrechte Geduldsprobe. Jeden Tag! Jeden verdammten Tag aufs Neue!

Steh morgens auf, und frag dich nicht ob du noch glücklich bist, die Frage ist schon falsch. Steh auf und stelle fest, dass du glücklich bist! Steh auf und lächle dich selbst an. Lobe dich für das, was du bisher geschafft hast. Und nimm dir diesen Tag um dich selbst davon zu überzeugen, dass es wunderschöne ist, zu Sein.

Und damit beginnt die Arbeit an deinem eigenen Glück.
Menschen neigen zu Vergleichen. Wir vergleichen was wir haben und was unser Nachbar hat. Ist mein Auto größer, mein Haus schöner, mein Sparstrumpf dicker…
Und je nachdem wie der Vergleich ausfällt sind wir glücklich oder nicht.
Aber das ist kein Glück. Das ist ein Wettstreit. Das ist ein Rennen, bei dem man nur verlieren kann! Es ist wie in der Wirtschaft, das Ziel ist immer nur noch Mehr! Aber wann ist das Mehr erreicht? Und was kommt danach?

 

Die Entscheidung zum eigenen Glück ist wohl eher die Frage nach:
Was macht mich glücklich? Was brauche ich, um Glück zu empfinden?
Aber auch, was macht mich unglücklich?
Man muss sich und sein eigenes Leben vielleicht auch mal in Frage stellen. Spätestens bei einem ständigen Gefühl von Unglück, oder auch Unausgeglichenheit sollte dieses Infragestellen der eigenen Situation Ausgangspunkt eines neuen Weges werden. Du kannst dich doch mal an einem trüben Sonntag Nachmittag hinsetzen und mal schauen was dir dein Leben jetzt bietet. Wie ist deine Beziehung? Dein Job? Deine Familie? Deine Finanzen? Was immer dich unglücklich macht, finde es heraus. Und dann geh erstmal an die frische Luft.
Manchmal machen solche Erkenntnisse traurig, mutlos oder frustriert. Dann hilft Sonne. Auch hinter den Wolken. Licht ist für mich etwas wichtiges um Glück zu empfinden. Denn Licht ist meistens draußen, und draußen sein heißt für mich, in der Natur zu sein, mir hilft das sehr. Besser als jede Schokolade…

Nach der Erkenntnis arbeitet man sich weiter vor. Du weißt nun was du hast. Jetzt überlegst du dir, was du brauchst. Was hat das Potenzial dich glücklich zu machen, was, wer oder wo ist es? Sei dabei kreativ. Lass deine Fantasie spielen. Träum dir ein Schloss, einen Ritter / eine Lady oder eine einsame Insel herbei. Was macht dich glücklich?!?

Und dann schau mal, wieviel davon erreichbar ist.
Und was davon wirklich! Was von diesen Träumen ist wirklich notwendig für dein Glück?!
Bei mir war es am Ende weniger als ich dachte. Dieser Prozess dauerte seine Zeit. Es ist also möglich, dass du nicht nach einem Wochenende zu einer Lösung kommst. Vielleicht musst du dir diese Fragen immer wieder stellen, aber ich glaube irgendwann kommt man an einen Punkt, von dem aus es einfach ist zu sagen; das sind die Dinge die ich für mich und mein Leben brauche.

Bist du an diesem Punkt angekommen, ist die Arbeit aber noch nicht vorbei. Trotzdem kannst du dir gratulieren. Denn jetzt hat du immerhin schon mal ein Ziel. Etwas worauf du hinarbeiten kannst, sondern auch etwas worauf du dich freuen kannst. Von dem du weißt, das lohnt sich.

Aber, der Weg ist dein Ziel. Und vielleicht verändert sich dein Ziel im Laufe der Zeit. Auf jeden Fall wird sich dein Weg immer wieder ändern. Lass das Leben machen. Es weiß schon, was gut für dich ist. Wenn du dich frei machen kannst, von Zwängen, den Erwartungen Anderer, deinen Erwartungen, dann ist das Leben leichter, denn Rückschläge wiegen dann nicht so schwer. Du kannst dann anders reagieren. Freier, flexibler.
Auch in der Mathematik gibt es unterschiedliche Wege zu ein und dem selben Ergebnis.

Betrachte auch die Rückschläge in deinem Leben als wichtige Erfahrungen auf deinem Weg. Du kennst Yin/Yang, du weißt, ohne Schatten kein Licht. Ohne deine Rückschläge, deine schlechten Erfahrungen wirst du das Gute in deinem Leben nicht zu schätzen wissen können. Es ist dann allenfalls Gewohnheit und gewöhnlich.
Alles was uns passiert, was wir erleben, was uns zustößt, hat einen Sinn. Den zu erkennen ist immer schwerer wenn es eine schlechte Erfahrung ist. Aber sie sind dennoch dazu da, um aus ihnen zu lernen.  Und am Ende, nach einer Zeit, wird jeder Schmerz schwächer. Die Welt dreht sich weiter…

 

Also auch wenn es nicht so einfach ist:
Willst du also glücklich sein? Dann sei es.
Versuch es doch mal…

Kategorien: Allgemein

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